Wilhelmshaven am stärksten von Folgen der Klimakrise bedroht
Fridays for Future Wilhelmshaven/Friesland
Neue Studie: Höchstes Klimarisiko in Wilhelmshaven – FFF verlangt ambitioniertere Maßnahmen und Finanzierung
Eine neue Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft und des Versicherers ERGO hat einen neuen Klimarisikoindex errechnet, auf dem Wilhelmshaven auf dem ersten Platz landet - also das höchste Risiko durch Folgen der Klimakrise besteht.
Klimaschutz ist Katastrophenschutz!
Wilhelmshaven ist in besonderer Weise von den Folgen der Klimakrise bedroht. Die Küstenstadt hat eine lange Geschichte von historischen Sturmfluten und Überschwemmungen, dessen Häufigkeit durch die menschengemachte Erderwärmung steigt. Auch Starkregenereignisse treten in einer wärmeren Welt häufiger auf, was eine zusätzliche Bedrohung darstellt.
Finja Maschigefski betont: „Wenn ein bundesweiter Index sagt, dass Wilhelmshaven das höchste Klimarisiko trägt, dann ist das kein Ranking, über das man diskutiert – das ist ein Weckruf. Klimaschutz ist für unsere Stadt Katastrophenschutz.“
Überraschend ist, dass in der Zukunft in WHV nicht nur Niederschlag und Fluten, sondern auch Hitze eine Gefahr darstellen wird. Fridays for Future WHV/Friesland nimmt das zum Anlass, ambitioniertere Maßnahmen einzufordern.
Janno Albrecht betont: “Wir dürfen auch die Gefahren durch Hitze nicht unterschätzen! Wir brauchen weniger Beton, Versiegelung und mehr Grün in der Stadt!”
Emissionen müssen gesenkt werden!
Wilhelmshaven sticht nicht nur durch die großen Risiken hervor. Noch immer wird fossile Infrastruktur, wie die LNG-Terminals, weiter ausgebaut.
Wenke Oltmanns: „Anpassung allein wird uns nicht retten. Wenn wir Emissionen nicht schnell senken, wird jede Schutzmaßnahme teurer. Wie kann es sein, dass in Wilhelmshaven immer noch weitere fossile Infrastruktur gebaut wird? Nirgendwo in Deutschland liegen Problem und Ursache so nah aneinander!“
Auftrag an die Lokalpolitik
“Im Wahljahr 2026 muss sich die Aufmerksamkeit wieder auf den Schutz unserer Menschen, Natur und Städte richten!”, betont Jonas Evers mit Blick auf die anstehenden Kommunalwahlen in der Region, “Die Kandidat*innen sollten auf diese verheerende Einschätzung der Wissenschaft mit soliden Konzepten reagieren!”
Die Umsetzung von Klimaanpassungsmaßnahmen erfolgt in der Region bisher nur als “Nebenprojekt”, dabei sollte der Kampf gegen die Ursachen und Folgen der Klimakrise gerade hier einen höheren Stellenwert einnehmen.
Jonas Evers betont: “Jetzt braucht es Entschlossenheit und etwas Mut der Politik, das Klimaanpassungskonzept der Stadt WHV auch umzusetzen. Diese Maßnahmen können in der Zukunft viele Leben retten, wenn jetzt die entsprechenden Mittel in die Hand genommen werden. Völlig klar, dass die Stadt dabei aber auch Unterstützung von Bund und Land benötigt.”